Sonntag, Februar 28, 2010

4. Organisationsgestaltung - Vom Organisieren

Was bedeutet eigentlich Organisation und vor allem organisieren. Organisation zielt stark auf Handlungssteuerung und Ordnung ab. D.h. Leitplanken vorgeben für eine zielbestimmtes Handeln einer abgrenzbaren Gruppe. Organisieren hingegen ist mehr prozessbezogen zu verstehen, das heisst e organisieren definiert genau diese Ordnung, welche sich Organisationen unterwerfen.

Dies basiert selbstverständlich auf Regeln. Diese Regeln erlauben es in einer Organisation effizient zu handeln und zu wirtschaften (Aufgabenverteilung, Koordinationsmechanismen, etc.) schaffen die Struktur für einheitliches Handeln. Eine durch regeln geschaffene Ordnung wird als Organisationsstruktur bezeichnet. Genau diese Struktur bietet seinen Mitgliedern Verlässlichkeit und Beständigkeit und ein einheitliches Auftreten gegenüber der Umwelt. D.h. eine Organisation ist in gewisser Weise berechenbar.

Regeln schränken in gewisser Weise den individuellen Handlungsspielraum ein - bspw. durch Anwesenheitsvorschriften und die Pflicht bestimmte Vorgänge in einer definierten Art zu protokolieren. Mit dem Eintritt in eine Organisation muss sich das Individuum diesen Regeln unterwerfen, bzw. diese akzeptieren. Organisationen unterscheiden sich in Zwangsmitgliedschaften – gesellschaftliche Regeln, Gesetze und Normen und freiwilligen Mitgliedschaften. Im Folgenden wird in der Regel immer auf freiwilligen Mitgliedschaften eingegangen.

Die Effizienz einer Organisation beruht auch darauf nicht wieder und wieder über bestimmte Regeln diskutieren zu müssen oder diese zu begründen. Das gilt selbstverständlich für beide Seiten – der Arbeitnehmer bspw. kann sich darauf verlassen, dass jeden Monat seinen Lohn erhält, im Gegenzug kann sich der Arbeitgeber darauf verlassen, dass der Arbeitnehmer seinen Arbeitsauftrag in der gewünschten Form erfüllt und ein gewisses Mass an Integrität gegenüber der Organisation erbringt. Werden diese Regeln (über die Massen gebrochen) ist ein Organisationsauschluss oder Austritt die logische und zwangsläufige Folge. Diese formalen Regeln einer Arbeitsbeziehung leiten sich aus der Direktionsbefugnis des Arbeitgebers ab und werden in der Folge mit der Unterzeichnung eines Arbeitsvertrages anerkannt.

Selbstverständlich hat jede Art von Organisation unterschiedliche Regeln, welche sie formell und informell anwendet. Eine Identifikation mit einer Organisation kann auch aus diesen Regeln abgeleitet werden. Beispielweise definiert sich das Militär über ein sehr striktes Regelwerk welches auf Befehl und Gehorsam ausgelegt ist. Im Gegensatz dazu sind viele freizeitorientierte Organisation wie Vereine sehr frei in der Anwendung ihrer Regeln und orientieren sich weniger an der Befehlskette als an wenigen koordinatorischen Regeln. Die wirtschaftlich orientierten Unternehmen moderner Partizipation bilden hier eine Zwischenstellung.

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