Mittwoch, März 18, 2009

Steuerstreit und der böse Deutsche

NZZ Online vom 18.03.2009
http://www.nzz.ch/nachrichten/international/steinbrueck_reaktion_1.2219903.html

Aus den Kommentaren:
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Michael Schumacher (18. März 2009, 16:32)
Was ich nicht lache...Ich glaube nicht, dass Herr Steinbrück solche Äusserungen wie den mit der Kavallerie und den Indianern etc. z.B. für die Israelis brauchen würde, oder für die Polen etc. Denn das würden sich die sicher nicht bieten lassen. Aber die kleinen Schweizer sollen nun mal nicht so tun und immer übertreiben. Denen darf man ruhig mal ans Schienbein treten. Herr Steinbrück IST der böse Deutsche, ob er sich so sieht oder nicht, ist ja egal. Er soll sich bitte nicht erzürnen, dass man ihn in die gleiche Ecke mit seinen braunen Vorfahren steckt. Geschichte verpflichtet, auf immer und ewig.

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Tja, was soll man sagen. Ich bin froh, dass auch bei diesem Thema wieder sachlich und nachvollziehbar diskutiert wird. Über die Äusserungen von öffentlichen Personen zu streiten, diese als despektierlich zu empfinden und den politischen Diskurs zu suchen ist richtig und wichtig. Auch die Samthandschuhe sind in diesem Fall sicherlich mal in die Ecke zu legen und entsprechend contra zu geben – keine Frage!

Aber warum, lieber "Michael Schumacher" werden die dümmlichen Klischees immer wieder und wieder bedient? Die kleinen Schweizer - die sind gar nicht klein und können sich ziemlich gut wehren, nämlich mit dem Blick auf die eigene Schaffens- und Gestaltungskraft (die empfinde ich als immens)! Zum zweiten, die unsägliche Aussage von braunen Vorfahren. Aua! Es ist einfach - die Reduzierung auf ein allgemein anerkanntes Feindbild, das verbindet ja bekanntlich. Und Sie können sich sicher sein, Geschichte verpflichtet das ist wahr, aber diese Verpflichtung ist kein endlos dehnbares Instrument, das aus den absurdesten Gründen herangezogen werden kann, nur weil die eigene Argumentationsfähigkeit beschränkt ist. Herzlichen Glückwunsch zu Ihrem wirklich gelungenen Beitrag – das ist doch genau der Ton, den es noch gebraucht hat.


Und noch eine kleine süffisante Anmerkung... spannend ist ja der Ausgang der Kavallerie Geschichte - der 7!

"Ein Beispiel für eine fehlgeleitete Strafexpedition ist das durch George Armstrong Custer zum Misserfolg geführte Unternehmen der 7. US-Kavallerie gegen die Sioux und Cheyenne, das in der Niederlage am Little Big Horn gipfelte."
Quelle: Wikipedia

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